In December 2021, the Hugenottenhaus in the documenta city of Kassel hosted the solo exhibition of Korean artist YiDahn. Under the title STONE IN THE WATER, the graduating student of the Kunsthochschule Kassel shows her handling of her breast cancer disease. The documentary by Stephan Haberzettl lets us dive into the creative power and emotional world of the artist. Besides YiDahn and her exhibition, Silvia Freyer from the Hugenottenhaus has her say and we see the opening performance of December 9, 2021. Please note that the film shows very impressive footage and that it is in English (interview YiDahn) and German (interview Silvia Freyer). As soon as a translation of the respective parts is available, the subtitles will be optimized. We wish lasting insights and point out that YiDahn will be a participant in the next exhibition first aid . erste hilfe at the Hugenottenhaus Kassel!
artist YiDahn during her performance – Künstlerin YiDahn während ihrer Performance
Im Dezember 2021 fand im Hugenottenhaus in der documenta Stadt Kassel die Einzelausstellung der koreanischen Künstlerin YiDahn statt. Unter dem Titel STONE IN THE WATER zeigt die Abschlussstudentin der Kunsthochschule Kassel Ihren Umgang mit ihrer Brustkrebs Erkrankung. Die Dokumentation von Stephan Haberzettl lässt uns eintauchen in die Schaffenskraft und Gefühlswelt der Künstlerin. Neben YiDahn und ihrer Ausstellung, kommt Silvia Freyer vom Hugenottenhaus zu Wort und wir sehen die Eröffnungsperformance vom 9. Dezember 2021. Bitte beachten Sie, dass der Film sehr eindrückliches Bildmaterial zeigt und das er in Englisch (Interview YiDahn) und Deutsch (Interview Silvia Freyer) gehalten ist. Sobald eine Übersetzung der jeweiligen Teile vorliegt, werden die Untertitel optimiert. Wir wünschen nachwirkende Erkenntnisse und weißen darauf hin, dass YiDahn Teilnehmerin der nächsten Ausstellung first aid . erste Hilfe im Hugenottenhaus Kassel sein wird!
Rewriting the Obelisk – eine Performance von Yi Dahn
Am vergangenen Sonntag verwandelte die in Seoul geborene Künstlerin Yi Dahn gemeinsam mit Freundinnen den Kasseler Königsplatz in einen offenen, partizipativen Begegnungsraum. Unter dem Titel „Rewriting the Obelisk“ lud sie Passantinnen dazu ein, den berühmten Satz vom ehemaligen documenta-Obelisken zu vervollständigen: „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“.
Was folgte, war ein emotionaler und vielstimmiger Nachmittag voller Begegnungen, Sprachen und Geschichten. Menschen schrieben ihre eigenen Ergänzungen – auf Polnisch, Vietnamesisch, Arabisch, Englisch und Deutsch. Sie erzählten von Fremdheit und Zugehörigkeit, von Migration, Hoffnung und dem Wunsch, gehört zu werden.
Die Performance wurde zu einem kollektiven Akt der Erinnerung und des Widerspruchs – gegen das Verschwinden eines Symbols, das für viele mehr war als Kunst: ein Zeichen für Solidarität, Vielfalt und Menschenrechte. Die Worte der Teilnehmenden machten deutlich, wie sehr der Obelisk als Ort des Ausdrucks und des Miteinanders vermisst wird – und wie lebendig seine Bedeutung geblieben ist.
Wir waren vor Ort, haben mit Yi Dahn und zahlreichen Besucher*innen gesprochen. Entstanden ist ein eindrucksvolles Stimmungsbild – eindringlich, poetisch und politisch zugleich. Wir wünschen spannende Erkenntnisse!
Platz des Obelisken
Hier der Text von der Facebook Seite zur Performance:
***English version below***
Performance von Yi Dahn: Rewriting Obelisk (Neuschreiben des Obelisken)
Der plötzliche Abbau des Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz bedeutet eine tiefe Narbe – nicht nur für die Freiheit der politischen Sicht auf Kunstwerke, sondern auch für jeden Kampf ums Überleben als „Fremdling“ in diesem Land. Obwohl nun beschlossen wurde, dass der Obelisk schließlich doch in Kassel bleiben kann, nicht an dem Ort seiner Bestimmung wohlbemerkt, gilt es weiterhin zu hinterfragen auf welche gewaltsame Art und Weise das ortsspezifische Kunstwerk aus dem Stadtzentrum entfernt wurde.
Um diese Kritik zu inszenieren und Mitgefühl zu kultivieren, plant Yi Dahn eine Performance, bei der sie mit Kreide den Satz „I was a stranger and …“ fortlaufend wiederholt. In jeder möglichen Sprache wird der Satz auf den Asphalt rund um die Stelle geschrieben, die bis vor kurzem noch von dem Obelisk besetzt war, bis der Kasseler Königsplatz vollständig mit den Worten bedeckt ist. Dieser Akt ist als Widmung gedacht, an den Einsatz all der Personen, die im Glauben an Mitmenschlichkeit mit diesem Thema zu kämpfen haben.
Um die Performance zu vervollständigen, begrüßt die Künstlerin die Teilnahme des Publikums unterschiedlichster kultureller Hintergründe – je mehr, desto besser – denn die wahre Bedeutung der Performance liegt im Prozess selbst, der zeigt: Solidarität ist niemals vergebens und wir können wiedereinmal bestätigen, dass Vielfalt uns alle verbindet und bereichert, und uns Kraft gibt, in eine bessere Zukunft zu gehen.
————————————————————–
Performance by Yi Dahn: Rewriting the obelisk
The sudden dismantling of the obelisk on the Kasseler Königsplatz has left a deep scar – not only for the freedom of a political view on works of art, but also on every struggle for survival as a “stranger” in this land. Although it was decided to keep the obelisk on another place in the city afterall, still there has been left the question whether this could justify the violent way that this site-specific work has been removed from the city center.
To contemplate this matter, Yi Dahn would like to make a performance by repeatedly writing sentences starting with “I was a stranger and …” in every language possible with chalk on the ground around the place which was recently occupied by the obelisk until the Kasseler Königsplatz is completely filled. It is meant as a dedication to the effort of all people who have struggled with this issue in the faith of humanity.
To complete this performance, the artist would like to welcome the participation of an audience with various cultural backgrounds – the more the better – since the true meaning of this performance lies in the process itself as solidarity is never in vain: again we can confirm that hope always remains as long as diversity embraces and enriches one another, giving strength to continue forward into a better future.
In der documentastadt Kassel überschlagen sich die Ereignisse! Für uns das ermittelnde Team am Tatort der Kunst keine leichte Aufgabe. Heute versucht Stephan Haberzettl einen Überblick über den Stand der Dinge in Kassel zu geben. Das gerade die Kunstfreiheit in der Heimat der Weltkunstschau nun unter die Räder gekommen ist lässt uns bei artort.tv nicht kalt und wir klären auf.
Freiheit der Kunst bedeutet sie so zu akzeptieren, wie vom Künstler erschaffen. Änderungen wie Standort oder im Aussehen sind vom Grundgesetz geschützt
Im Kanal findet Ihr auch weitere Filme zum Obelisken u.a. ein Interview mit dem Künstler Olu Oguibe. Wir wünschen interessante Erkenntnisse!
Werke von Hermann Hesse sind am Parthenon of Books der documenta 14 viele zu finden. So nutzen wir die vielfältige Möglichkeit und hören von Sprachkünstler Bernd P. R. Winter drei Gedichte des in Calw geborenen und in der Nazizeit verbotenen Künstlers.
Wer Interesse hat dem Vorbild Bernd P. R. Winters zu folgen und Lust hat seine Autorin oder Autor vor der Kamera vorzustellen, kann sich gerne bei uns melden.