Unterhaltsam Unaufhaltsam: Wie ein Poetry Slam in Kassel Klartext sprach

Es gibt Abende, an denen Bühne und Botschaft zu einer Einheit verschmelzen. Der 22. Mai 2026 in der pro familia Beratungsstelle Kassel war so einer.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe des Frauenbündnisses Kassel anlässlich des Internationalen Frauentags luden pro familia Kassel und Poetry Slam Nordhessen erstmals gemeinsam zu einem feministischen Poetry Slam. Der Titel: „Unterhaltsam Unaufhaltsam“ – ein Wortspiel, das schon im Namen trägt, worum es an diesem Abend ging. Unterhaltung mit Haltung. Kunst, die nicht stehen bleibt.

Eine Idee wird Realität

Die Initiative kam von Constanze, die bei pro familia sozialpädagogisch arbeitet und an diesem Abend gemeinsam mit Marvin von Poetry Slam Nordhessen moderierte. Ihre Idee, feministische Themen auf die Slam-Bühne zu bringen, wurde von zahlreichen Menschen mitgetragen – ehrenamtlich, mit viel Herzblut und noch mehr Überstunden. Die Kulturförderung der Stadt Kassel blieb aus; möglich gemacht hat den Abend am Ende der pro-familia-Verein selbst.

Sechs Stimmen, ein Thema

Sechs Poetinnen traten in der Vorrunde mit selbstgeschriebenen Texten zu sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung an: Sharon, Annabel Salhi, Miss Entropie, Emilie, Annika unterm Sofa und Bea. Jede brachte eine eigene Perspektive mit auf die improvisierte Teppichbühne – mal humorvoll, mal politisch pointiert, mal roh und verletzlich.

Nach der Vorrunde standen drei Finalistinnen fest: Sharon, Annabel Salhi und Miss Entropie. Dazwischen ein besonderes Zwischenspiel – ein Slam-Feature von Conny, von der pro familia Kassel, das sich unter dem Titel „Selbstbestimmung“ dem Thema Schwangerschaftsabbruch widmete und noch einmal deutlich machte, worum es an diesem Abend im Kern ging: Das Recht, über den eigenen Körper selbst zu bestimmen.

Das Finale

Im Finale zeigten sich noch einmal alle drei Poetinnen von ihrer eindringlichsten Seite. Annabels Text nahm das Publikum mit in die Kindheitsperspektive eines Krieges. Miss Entropie brachte mit ihrer fiktiven Kunstfigur „Jochen“ gesellschaftliche Vorurteile und rechte Rhetorik pointiert aufs Korn.

Am Ende stand fest: Miss Entropie gewinnt den ersten „Unterhaltsam Unaufhaltsam“-Slam der pro familia Beratungsstelle Kassel in Kooperation mit Poetry Slam Nordhessen.

Warum das wichtig ist

Poetry Slam lebt vom Moment – von echten Menschen, echten Texten, echter Wut, echter Verletzlichkeit. An diesem Abend wurde daraus mehr als Unterhaltung: ein öffentlicher Raum, in dem Themen wie Selbstbestimmung, Gewalt gegen Frauen und gesellschaftliche Doppelmoral unmissverständlich benannt wurden. Wie es Nelli Hofmann von pro familia in ihrer Begrüßung formulierte: Diese Rechte stehen nicht zur Diskussion.

Das komplette, rund 101-minütige Video der Veranstaltung gibt es hier auf unserem YouTube-Kanal. Wir wünschen besondere Erkenntnisse!

Aufgezeichnet und mit Licht ausgestattet von clipmedia im Auftrag von pro familia Kassel.

Vernissage von „you am i“ von Lutz Freyer im 17qm in Marburg

Am 9. Dezember 2023 fand in einer der kleinsten Galerien in Hessen – im 17qm- Raum für Möglichkeiten in Marburg – die Ausstellungseröffnung von »you am i« des Kasseler Künstlers Lutz Freyer statt.

»you am i«. I am you? Who am I? Du und ich – Spiegelbilder oder Gegensätze? Ich und du – ohne das eine gibt es das andere nicht. Ein ich dreht sich um und ist ein du. Bezüge und Verbindungen entstehen, weiten sich aus und verschwinden wieder, alles ist in Bewegung. Im Aufeinandertreffen von Pflanzen, Tieren, Menschen, von Räumen und Zeiten, kommt die Frage auf: Wer ist eigentlich dieses »ich«? Lutz Freyer spürt in seinen Zeichnungen diesen Bezügen nach, mit Bleistift und sparsamen Farben. Linien oder Flächen aus aufgerauhtem Papier bewirken, dass man in die Zeichnungen hineingerät oder sie einem entgegenkommen.

www.kunst-freyer.de

Kunstprojekt Stars für eine Nacht präsentiert erste Ausstellung

Hinter dem Namen „Stars für eine Nacht“ verbirgt sich ein Fotografie- und Kunstprojekt um den Kasseler Fotografen Andreas Weber. Er stand uns im Vorfeld der ersten Ausstellung Rede und Antwort. Er beschreibt im Interview, wie es zur Idee gekommen ist, welche Herausforderungen es mit sich bringt im Schatten der tiefsten Nacht Orte durch eigene künstliche Beleuchtung stilvoll in Szene zu setzen und wohin die Reisewünsche des Teams sie in Zukunft wohl noch hinführen wird. Die Ausstellung, die aktuelle im Anthroposophischen Zentrum in Kassel läuft, zeigt stilvoll illuminierte Sehenswürdigkeiten, Naturwunder und verborgene Orte aus ganz Deutschland.

Plaudert auch mal aus dem Nähkästchen und zeigt welche Technik das Team verwendet - Fotograf Andreas Weber
Plaudert auch mal aus dem Nähkästchen und zeigt welche Technik das Team verwendet – Fotograf Andreas Weber

Weitere Informationen zum Kunstprojekt findet Ihr unter der Webseite von Stars für eine Nacht

Wir wünschen spannende Erkenntnisse und bleibt bitte neugierig dran!

No Comment – REQUIEM – eine Musik für den Herrenabend

Der Erste Kasseler Herrenabend feiert 2017 sein 33jähriges Bestehen. Künstler und Chronist des Abends Wolfgang Luh ist leidenschaftlicher Sammler von Requiems. Was lag also näher rundum den 33. Geburtstag und der parallel im Kasseler Stadtmuseum laufenden Ausstellung „Grüße an den Herrenabend“ ein Requiem mit Musik für den Ersten Kasseler Herrenabend komponieren zu lassen!

Der Kontakt zum Elektronikmusiker und Komponisten Wolfram Spyra war schnell gemacht, da er selbst Ehrengast im Herrenabend ist.

Wolfram Spyra komponierte das REQUIEM für den Herrenabend
Wolfram Spyra komponierte das REQUIEM für den Herrenabend

Sehen Sie hier die komplette Aufführung mit Komponist Wolfram Spyra, Roksana Vikaluk, Konstantin Athanasiadis, Dieter Serfas und David Spyra.

Chronist des Ersten Kasseler Herrenabends Künstler Wolfgang Luh
Chronist des Ersten Kasseler Herrenabends Künstler Wolfgang Luh

Wir wünschen interessante Erkenntnisse und bleiben Sie bitte neugierig dran!