artort.tv – Lukas Thiele „Am Rande der Zeit“

In der heutigen Ausgabe von artort.tv schauen wir auf die praktische Abschlussarbeit von Trickfilmer Lukas Thiele. Er greift das Thema „Film im Raum“ auf und interpretiert es auf eine sehr ungewöhnliche Art in seinem „Apparat“. 

Die Installation „Am Rande der Zeit“ versucht einen zeitgenössischen Umgang mit dem mehr als 100 Jahre alten Medium Film. Es greift dabei einen der ältesten bekannten Filmapparate, das Zoetrop, auf und verbindet es mit einer der neuesten Entwicklungen im Bereich der Fertigungstechnik: dem 3D Druck mit Gipspulver bzw. dem 3D Druck in FDM-Technik.

Lukas Thiele erklärt die Funktionsweise seines "Apparats"
Lukas Thiele erklärt die Funktionsweise seines „Apparats“

Thieles „Am Rande der Zeit“-Apparat steht in einem abgedunkelten Raum. Drei Öffnungen sind auszumachen, in denen in einem Lichtkegel jeweils eine kleine Figur zu sehen ist. Die Figuren bewegen sich ganz so, als ob sie lebendig wären bzw. man vermutet, dass es sich um eine 3-D-Installation handelt, um die die Zuschauer sich frei bewegen können. Die drei Charaktere – ein Arbeiter, ein Wissenschaftler und ein Taucher versuchen scheinbar, die Maschine zu steuern. Sie interagieren dabei mit dem Sound, der aus dem Inneren der Maschine dringt. Der Zuschauer wird dabei auf die „Probe“ gestellt, weil die Figuren immer mal wieder in einer „Wartezeit“ verharren, bevor sie dem Sound folgend sich weiter bewegen. Was sich aber genau zwischen den Charakteren und der Maschine abspielt, dass kann nur gemutmasst werden. 

Deshalb heißt es hingehen und inspirieren lassen! Wann Lukas Thiele wo zu sehen ist, verrät seine Webseite www.lukasthiele.de. Wir wünschen tolle Erkenntnisse!

artort.tv nachgefragt: Wolfgang Luh – Scherben nach Australien

Im Oktober haben wir über den Künstler Wolfgang Luh und seinem Kunstwerk „Requiem für eine verlorene Stadt“ berichtet (Filme hier im Kanal!). Heute sind wir auf einem kurzen Besuch bei ihm zu Hause, weil er eine interessante Mail zu seiner Aktion erhalten hat.

Scherben vom Kasseler Weinberg auf dem Weg nach Australien
Scherben vom Kasseler Weinberg auf dem Weg nach Australien

Auch in Australien ist das Schicksal Kassels bekannt – vor allem dann, wenn eigene Familienmitglieder im Feuersturm 1943 ihr Leben gelassen haben. Genau so eine Geschichte erzählt die Post aus Australien! Wir wünschen dem Projekt weiterhin eine lebendige Diskussion und Ihnen spannende Erkenntnisse!

artort.tv – Fragment Requiem – Interview und Performance mit Jeanine Osborne

Heute zeigt artort.tv die Performance der Schweizer Künstlerin Jeanine Osborne „Fragment Requiem“, die sie anlässlich der Ausstellungseröffnung von Wolfgang Luh’s „Requiem für eine verloren Stadt“ am 21. September 2013 in Kassel zeigte.

Zwei die sich verstehen - Künstlerin Jeanine Osborne zu Gast bei Wolfgang Luh's Ausstellungseröffnung am 21. September 2013 in Kassel
Zwei die sich verstehen - Künstlerin Jeanine Osborne zu Gast bei Wolfgang Luh's Ausstellungseröffnung in Kassel

Der Performance voraus geht ein kurzes Interview mit der Künstlerin (in Englisch) in der sie beschreibt, aus welchen Elementen und Medien ihre Kunst besteht, wie sie den Kasseler Künstler Wolfgang Luh kennen gelernt hat und wie sie auf die Performanceidee zu „Fragment Requiem“ kam.

artort.tv – Porträt Wolfgang Luh – Requiem für eine verlorene Stadt

Die heutige Ausgabe von artort.tv widmet sich der Zerstörung Kassels vor genau 70 Jahren in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943. Wir besuchen dazu den in Kassel lebenden Recycling-Künstler Wolfgang Luh, der in den vergangenen vier Jahren einen ganz bemerkenswerten Blick auf diesen für die Nordhessenmetropole so einschneidenden Tag ans Licht gefördert hat.

Kassel - Stadt der Rüstungsindustrie - nach dem verheerenden Luftangriff vom 22. auf den 23. Oktober 1943
Kassel - Stadt der Rüstungsindustrie - nach dem verheerenden Luftangriff vom 22. auf den 23. Oktober 1943

Wolfgang Luh lebt nur unweit der Innenstadt im Auefeld in Kassel. An das Auefeld grenzen Weinberg und Rosenhang. Die Entdeckungen, die der aus Südhessen stammende Künstler bei Spaziergängen macht, sind für ihn erst nach mehreren Gesprächen mit Kasseler Bürgerinnen und Bürger greifbar. Luh findet Scherben, die so gar nicht zu einem städtischen Parkleben passen wollen. Wie ihm von Passanten erzählt wird, wurden nach der völligen Zerstörung der Innenstadt vor 70 Jahren, Schutt und Überreste dorthin endgelagert.

Fasziniert von den Scherben sammelt Luh über vier Jahre hinweg über 220 kg von Fundstücken und vertieft sein Wissen über die dort verschüttete Vergangenheit.

Konfrontiert mit Gefühlen einer verlorenen Stadt - Luh's "Der Fluss" aus Scherben der Kasseler Innenstadt
Konfrontiert mit Gefühlen einer verlorenen Stadt - Luh's "Der Fluss" aus Scherben der Kasseler Innenstadt

Erleben Sie im artort.tv-Porträt einen Künstler, der ausgehend von kleinsten Teilen einer Geschichte, die großen Fragen von Frieden, Erinnerung und Mahnung in seinen Händen hält und diese mit einer Akribie zu Tage fördert, die in Zeiten von Kriegseinsätzen, Flüchtlingen und Rüstungsexporten nicht aktueller sein könnten.

Wir bedanken uns beim Stadtmuseum der Stadt Kassel für die Originalfilmaufnahmen und wünschen gute Erkenntnisse!